30 Jahre Gemeindehaus Weiherhof

Grundstein im Gemeindehaus Weiherhof
Bildrechte: St. Rochus Zirndorf

Am Anfang waren die fleißigen Gottesdienstbesucher in Weiherhof. Schon seit 1983 versammelten sich alle zwei Wochen in den Räumen der Sparkasse Menschen, um miteinander Gottesdienst zu feiern. Viele junge Familien waren in den Jahren zuvor nach Weiherhof gezogen, ganze Straßenzüge waren neu gebaut worden. Menschen suchten Kontakt, in Vereinen – und auch in der Kirche und viele packten zu, wo Hilfe vonnöten war. Pfarrer Schürmer schickte Pfarrer aus Zirndorf, um Gottesdienst zu halten, der Rest wurde ehrenamtlich gemeistert: Vom Kindergottesdienst über den Hausmeister- und Mesnerdienst bis hin zur Organisation von Festen, die in den Anfangsjahren meist jährlich stattfanden. Manche aus der Anfangszeit sind heute noch aktiv.

 

Jürgen Günther
Bildrechte: St. Rochus Zirndorf

Jürgen Günther zum Beispiel. Seine Frau Editha und deren Freundin Annerose Schaepe gehörten zu den Ideengeberinnen für das gewagte Projekt „Gemeindehaus in Weiherhof“. Jürgen Günther ließ sich begeistern und packte, oft gemeinsam mit seinen Söhnen, alle 14 Tage mit an: Stühle stellen, Altar aufbauen, während seine Frau ihn herrichtete und mit Blumen schmückte. Annerose Schaepe begleitet vom ersten Gottesdienst an bis heute die Weiherhofer Gottesdienste, zunächst mit Keyboard, später mit Klavier.

 

Christa Kerl und Mechthild Schultheiß
Bildrechte: St. Rochus Zirndorf

Auch Christa Kerl war von Anfang an dabei. Als Mutter machte Sie zusammen mit Sabine Günther Kindergottesdienst zunächst in der Kegelbahn des KC Weiherhof, später in der Dusche der Sparkasse. Sie ist nicht nur seit Jahrzehnten ehrenamtliche Mesnerin und Lektorin in Weiherhof, sondern seit 1998 auch Kirchenvorsteherin.

 

Ehrenamtliches Engagement war nicht nur der Startschuss für das Gemeindehaus und –leben in Weiherhof, es ist auch heute noch wesentlich für das, was in Weiherhof läuft. Die Initiative „Auf eigenen Füßen“ ist in Weiherhof entstanden und fördert mit beachtlichen Summen eine Krankenstation und das Mutter-Kind-Haus in Siha (Tansania) und dabei insbesondere das Gehalt der Nacht-Hebamme, ohne die eine solche Einrichtung lange nicht einen solchen Segen bringen würde, wie sie es tut.
Die Gottesdienste und Kindergottesdienste waren gut besucht, das Gemeindeleben blühte und so gewann die Idee neuen Schwung, ein eigenes Gemeindehaus zu bauen. Schließlich hatten die Wintersdorfer ja auch eines und an vielen anderen Orten in der Landeskirche wurden Gemeindehäuser gebaut!
Das vorhandene Grundstück am Sportplatz wurde gegen das jetzige in der Weiherstraße getauscht und ein Gemeindefest organisiert, um sich mit dem Erlös ein eigenes Klavier leisten zu können. Was am Ende an Geld fürs Klavier fehlte, gab Norbert Benke von der Sparkasse dazu. 1986/87 wurden die ersten Ziegel für DM 5.- zur Finanzierung des Gemeindehauses verkauft. Den Kirchenvorstand hatte man nicht extra gefragt. Das gab mächtig Ärger und die selbstbewussten Weiherhofer wurden vorgeladen. Nachdem die Weiherhofer ihren Eigenanteil für das Gemeindehaus zusammen hatten, gab auch das Landeskirchenamt in München seinen Teil dazu. Dann wurden Gemeindehäuser besichtigt, um ein geeignetes Modell zu finden. Weniger begeistert waren einige Nachbarn: Ihr Widerstand ging bis vor Gericht. Die Begrenzung von Veranstaltungen auf 22h zeugt noch heute von dem damaligen Streit.
Dann konnte es losgehen: Grundsteinlegung am 19. Februar 1989, Richtfest am 26. Mai und am 15. Oktober 1989 weihte Dekan Opp das Gemeindehaus ein. Seither feiert die Gemeinde ca. alle 14 Tage Gottesdienst im Gemeindehaus. Mutter-Kind-Gruppen, Kindergruppen, Jugendgruppen (teils durch Eltern betrieben), eine Gedächtnistrainingsgruppe und ein Introituschor zogen ein und die Weiherhofer Singgemeinschaft veranstaltete ihre jährlichen Auftritte im Gemeindehaus.
Um die Jahrtausendwende entstand der Gedanke, aus Weiherhof eine eigene Gemeinde zu machen und ein Pfarrhaus zu bauen, doch das Landeskirchenamt konnte davon nicht überzeugt werden.
Die Gründergeneration ist inzwischen älter geworden. Die Zeiten haben sich gewandelt: Mutter-Kind-Gruppen gibt es nicht mehr, seit die meisten Mütter nach spätestens einem Jahr wieder arbeiten gehen. Jugendgruppen auch nicht, denn regelmäßige Treffen sind angesichts enger Zeitpläne und in einer „Generation may be“ nicht mehr das Format der Zeit und die Pfarrstelle für Weiherhof ist seit neun Jahren nur mehr eine halbe Stelle.
Knapp 1.500 Gemeindeglieder gehören heute zum Sprengel Weiherhof (Zirndorf insgesamt: 9.200).
Die treuen Gottesdienstbesucher kommen weiterhin alle zwei Wochen und neue Familien sind dazu gekommen. Mini- und Familiengottesdienste, Jugendkreuzweg, „Väter & Co.“, ein Arduino-Workshop, die Konfis aus Weiherhof und Wintersdorf und ihre Teamer und die donnerstags tagende Kaffeerunde „Weiherhofer Spätlese“ sind wichtige Bestandteile des heutigen Gemeindelebens.


Aus diesem Anlass feiern wir am Sonntag, den 21. Juli 2019 ein buntes Gemeindefest mit einem besonderen Gottesdienst für Groß und Klein um 10.30h, Essen und einem vielfältigen Programm am Nachmittag! Herzliche Einladung dazu!

Plakat zum Gemeindefest
Bildrechte: Thomas Rohlederer