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Nestwärme - auf dem Weg zum Erwachsen werden

Bild: Junge Küken im WasserWährend noch vor gut 100 Jahren der Zeitpunkt der Konfirmation häufig mit dem Abschied des Heranwachsenden vom Elternhaus einherging, hat heute das gemeinsame Familienleben einen noch längeren Zeitraum Bestand. Umsomehr erleben Eltern heute mit, dass mit der Konfirmation die Eltern-Kind-Biographie eine neue Dimension erfährt.

Während bei den Vögeln von vornherein bestimmt ist, ob die Jungvögel eher "Nesthocker" oder "Nestflüchter" werden, haben Eltern gerade in dieser Zeit durch das Geben von "Nestwärme" Einfluss darauf, wann und mit welchen Erfahrungen und Erinnerungen die Jugendlichen das "elterliche Nest" verlassen.

Bild: Jugendliche im AutoGerade während der Zeit bis zur Konfirmation - begleitet von der Pubertät - ändern sich häufig die Lebenswelten der Jugendlichen: die Peer-Group (Gruppe der Gleichaltrigen) hat mehr Bedeutung, die Fragen nach Sinn und Zielen brauchen viel Zeit, die Orientierung und das Suchen nach Werten und Normen nehmen einen hohen Stellenwert ein.

Auf diese Fragen will die Kirche in ihrer Arbeit mit Konfirmanden Antworten bieten. Ob die Jugendlichen die Möglichkeit haben, die Kirche als Wegweiser in Lebens- und Glaubensfragen zu erleben, hängt auch davon ab, ob Eltern bereit sind, sich der Auseinandersetzung mit ihren Kindern zu stellen. In Gottesdiensten, Gemeindeveranstaltungen und im Kontakt zur Evangelischen Jugend wird während dieser Zeit eine lebenslange Einstellung zur eigenen Religion, zur Kirche und zum Glauben geprägt. Für die Eltern bietet sich vielleicht eine letzte Möglichkeit, gemeinsam mit den eigenen Kindern "Glaubenswege" zu begleiten.
Im Austausch über die Inhalte von Veranstaltungen und Konfirmandenstunden können Jugendliche ihre Eltern als Gegenüber wahrnehmen.

Bild: Jugendliche im Gespräch mit ErwachsenemSie haben die Möglichkeit den Eltern zuzustimmen, können mit ihnen streiten und ihre Einstellung ablehnen; entscheidend ist nur, dass die Eltern ihnen diese Freiheit und Möglichkeit geben und ihnen authentisch und ehrlich begegnen. Eltern sollten ihre Konfirmanden ermutigen, eigene Standpunkte in Bezug auf Kirche, Gemeinde, Glauben und Religion zu bilden, unabhängig davon, ob sie die eigene Meinung treffen. Entscheidend wird sein, dass eine Atmosphäre besteht, die Unterschiede und Veränderungen zuläßt.
Wenn Vertrauen, Zuhören und Verstehen die Grundlage bilden, werden Jugendliche in ihrem Selbstvertrauen wachsen und eigene Glaubenserfahrungen entwickeln und benennen. Auch Eltern können im Miteinander und in der Auseinandersetzung ihre eigene Beziehung zum Glauben neu entdecken und sollten die Beziehungen zu ihren Kindern als Bereicherung genießen.

Bild: Jugendliche mit Kerzen in TaizéDie Zeit bis zur Konfirmation kann ein gemeinsamer "Glaubensweg" werden, der in der Familie eine neue - vielleicht bis dahin selten erlebte - Gemeinsamkeit entstehen läßt.
Die Erfahrungen und Erinnerungen können entscheidend dazu beitragen, dass Jugendliche nach Verlassen des Nestes, im Gegensatz zu den meisten Vögeln, sich der Wärme, Geborgenheit und des Vertrauens erinnern und bei Fragen und Schwierigkeiten im Lebensalltag, später zurückkommen und an Gespräche anknüpfen, die schon lange zurückliegen.

 
 

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